anmut |
Frollein Heikes Netzfundstücke |
Quak. Klick. Wuffmiau.
Soviel wie in den letzten Wochen wurde wohl noch nie über Pferde geschrieben und gesprochen. Über Pferde? Nein, über Pferdefleisch.
Es gab und gibt viele Diskussionen und Artikel zum Pferdefleisch-Skandal (den zutreffendsten hat meiner Meinung nach Silke Burmester geschrieben). Es gab mehr oder weniger gute Wortspiele und Späßchen. Es gab sogar wirklich lustige Artikel wie dieser hier im Postillon: Menschenfleisch auf Pferden entdeckt.
Pferdefleisch, so liest man, ist mager, vitaminreich und gesund. Das ist doch schön. Wirklich? Als sei jedes Pferd, das in der Lasagne landete, ein liebevoll von Pferdemädchen bis ans Lebensende gehätscheltes Ponychen gewesen, das dann irgendwann leider eingeschläfert werden musste. Oder es war ein stolzes Rennpferd, das wie in einem Hollywoodfilm dramatisch im Rennen seines Lebens zu Tode kam und quasi frisch von der Rennbahn in der Wurst landete. Und was liegt dann näher, als das Tier der Futterkette zuzuführen?
Das Pferdefleisch, das in Billig-Fertignahrung landet, wird wohl eher aus solchen Transporten stammen (Achtung, nichts für zarte Gemüter). Nein, ich bin keine Vegetarierin. Den verantwortungsvollen Pferdefleisch-Metzgereien will ich hier sicher nicht ans Zeug flicken. Wer gerne Pferdefleisch isst, soll es tun (solange ich nicht mitessen muss). Darum geht es mir nicht. (Wenngleich ich mir wünsche, alle würden einfach weniger Fleisch essen und Tiere würdevoll und freundlich behandeln. Wie im übrigen auch einander.)
Was mir bei dieser Diskussion auffällt, ob im Internet oder außerhalb, ist dieses Feixen, endlich mal wieder Pferdewitze machen zu können und zu sehen, wie weit man’s denn treiben kann, bis eins der “Pferdemädchen” heult. “Naaa, sind wir denn noch so wenig erwachsen, dass wir nicht über einen Sauerbraten-Witz lachen können?” Ich bin es so satt. Ich lese und höre die Witze, sehe die lauernden Augen mit der Frage darin, ob ich als Pferdemensch denn nun Spaß verstehe oder nicht. Und ich finde es einfach nicht lustig.
Ich kann über all die Pferdefleisch- und Lasagne- Witze nicht lachen. Pferde liegen mir zu sehr am Herzen. Seitdem ich denken kann, spielen Pferde für mich eine wichtige Rolle. Lebende Pferde. Lebendige Pferde. Diese pelzigen Herrschaften mit langen Ohren. Meine Liebe zu ihnen ist die große Konstante in meinem Leben.
Ich sehe vor meinen Augen die Pferde vor Augen, mit denen ich Zeit verbracht habe. Achtung, es wird lang.
Allright! Valentine’s Day Special #04
(Quelle: niknak79, via derdigitaleflaneur)
(Quelle: nancyishappy, via thisdamurlistaken)
Charles Bukowski (via cavum)
(via jivingsisterfanny)
Roy Lichtenstein, Crying Girl, 1964
(Quelle: tamburina, via loveyourchaos)